Online-Journalismus - brauchen Journalisten noch Verlage, Sender oder Vermarkter?

eingetragen vor 4 Monaten von

Video empfehlen

Journalisten als eierlegende Wollmilchkühe?
Das Web hat den Journalismus gänzlich verändert, das Social Web setzt dem noch eins oben drauf. Blogger haben im Web gezeigt, dass Sie auch ohne Verleger eigene Reichweiten aufbauen können und in einigen Fällen auch in der Lage sind, sich selbst zu vermarkten über Google-Anzeigen, Affiliate-Programme, Events oder Sponsorships. Doch wie unabhängig können Journalisten arbeiten, wenn sie Herausgeber und Vermarkter in einer Person sind?

Meinungsjournalismus und digitale Rampensäue?
Blogs leben von der Kombination aus Berichterstattung und der persönlichen Meinung der Autoren. Verändert das Social Web den Journalismus zum reinem Meinungsjournalismus, welche Chance hat ein meinungsfreier Newsjournalismus. Müssen Journalisten im Social Web der Online-Personalities zu digitalen Rampensäuen werden?

Wie müssen Journalisten künftig arbeiten?
Schuster bleib bei den Leisten? Gilt dies für Print-, Online-, Radio- und TV-Redakteure? Oder ist dies Trennung nicht längst hinfällig. Müssen Journalisten der Zukunft durch die Präsenz von Video, Audio, interaktiven Grafiken, Text zu Allroundern werden? Welche Rolle spielen Social Networks dabei. Ist ein journalistischer Beitrag überhaupt noch ein abgeschlossenes Produkt? Oder wird Journalismus vielmehr zu einem interaktiven Prozess im Web, einem Austausch von Meinungen in Social Networks, einem Mashup aus Informationen und einer kleinteiligen überall verstreuten Distribution im Web?

Ähnliche Videos:

Kommentare zu “Online-Journalismus - brauchen Journalisten noch Verlage, Sender oder Vermarkter?”

  • von Detlef Korus

    Die Frage ist eigentlich falsch gestellt. Richtig wäre: Brauchen Verlage oder Sender und braucht eine Gesellschaft "Journalisten", die sich in der Rolle der Gralshüter gefallen, dem Volk von oben herab die ewiggleichen politisch korrekten Platitüden und abgedroschenen Klischees vorzukauen und eine rein personenzentrierte Pseudoberichterstattung zu zelebrieren? Ich meine: Nein. Es ist längst Zeit für eine völlig neue Qualitätsdebatte insbesondere im deutschen Journalismus, der seine gesellschaftlichen Funktionalismen durchaus in Frage stellen dürfte. Der flächendeckende Talkshow-Ungeist, die mangelnde Einsatzbereitschaft bei der - oft aufwendigen - Recherche, der oktroyierte Kostendruck in den sogenannten etablierten Medien wie die unertägliche Larmoyanz mancher Standesvertreter haben im Zeitalter des Web 2.0 doch erst den Niedergang dieser "Form dea Jornalismus" katalysiert. Und da ist die Frage der multimedialen Verarbeitung eher zweitrangig -es sind halt immer noch Inhalte und geprüfte Fakten, die das Publikum bis heute fesseln, und dann die passende Präsentationsform. Deutschland bräuchte in diesem Sinne: Mehr Journalisten, weniger selbstmitleidige Jammergestalten und Journalistendarsteller!

  • von Chris

    Journalisten brauchen keine Verlage mehr, höchstens Marketingdienstleister, Juristen, Steuerberater.Die Idee steht hier im Ansatz beschrieben: http://www.cjournalist.com

  • von Ole

    Ich gebe Chris Recht. Das, was ein Verlag Journalisten bietet, ist im Grunde eine Plattform, die Reichweite und Dienstleistungen wie Marketing, Rechtsberatung, Monetarisierung und Design beinhaltet. Früher oder später wird dies durch offene Plattformen ersetzt werden, der Blog ist ein Anfang. Hier steht der Autor aber noch alleine und muss sein eigener Marketing-Experte, Webdesigner und Ad-Salesman sein.

    Wir versuchen mit http://leafrs.de genau diesen Weg, also den Autoren zu ermöglichen, sich nur auf die Inhalte zu konzentrieren. Wer gut schreiben kann, braucht Öffentlichkeit und muss nicht ein Nerd sein. Deshalb dreht sich in der Blogosphäre auch oft alles um sich selbst.

    Schaut es euch an, Beta-Einladungen gibt es über unseren Twitter Account.

  • von Martin Tauber

    Meiner Meinung nach muss man immer noch Print- und Online- Journalismus trennen. Den üblichen Journalisten, die Verlage usw. wird es immer geben - im Printgewerbe. Bei Online- News wünsche ich mir jedoch mehr Interaktivität, Videos, Liveberichte etc.! Auch dort kann man bestimmt noch mit den "üblichen" Journalisten arbeiten, ein Frontman bzw. Team ist aber meines Erachtens auch wichtig, welcher/welches sich in Videointerviews und so weiter präsentiert.

    Grüße, Martin

  • Kommentieren