Semantik, Algorithmen und Sensoren

eingetragen vor 3 Monaten von

In sozialen Netzwerken bestimmen wir die Privatsphäre gegenüber Gruppen und Personen. Wie bestimmen wir allerdings welche Informationen Maschinen erhalten. Christoph Elzer, Michael Reuter und Michael Praetorius sprechen in diesser Isarrunde über die Datenfreigabe gegenüber Menschen und Maschinen und sind zu durchaus kontroversen Ansichten gekommen. Ich freue mich, wenn ihr hier im Blog oder bei YouTube über dieses Episode mitdiskutiert.

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Kommentare zu “Semantik, Algorithmen und Sensoren”

  • von Tim R.

    Auf jeden Fall ein paar interessante Szenarios habt ihr da zusammengetragen.

    Meiner Meinung nach gelangt man bei der Argumentation, eine Information an eine Maschine zu geben und diese dazu zu bringen die Information nicht oder nur beschränkt weiter zu geben, schnell bei dem auch heiß umstrittenen Google.
    Da ist ja genau der Punkt: Niemand wird sich hinsetzen und die abermillionen Nutzerdaten ansehen. Wozu auch. Es könnte höchstens eine Anfrage durch ein Unternehmen gestellt werden bei dem man angstellt ist (und hier kommt der im Video angerissene Punkt: ich bin [vermeintlich] krank) um mehr über mich kennen zu lernen.
    Oder der Fall, dass zu meiner Bewerbung ein Online-Profil von mir mit zur Entscheidung herangezogen wird. In der Hinsicht bin ich fast auf der Seite des Unternehmers: Es wäre doch fies, wenn man durch eine schöne Bewerbung nur ein falsches Bild vermittelt bekommt, das wahre Ich des Bewerbers aber viel besser aus seinen Aktivitäten ermitteln kann. Wenn jemand ein Draufgänger ist und oft seinen Status auf "bin krank", "bin total fertig, die letzten Tage waren der Hammer",... gesetzt hat, dann kann ich mich als Arbeitgeber darauf einstellen und weiß, dass ich nicht viel von dem Bewerber erwarten kann (es sei denn dieser hat sich ganz zufällig stark verändert).
    Weiter kommt man in Richung Online-Durchsuchungen durch den Staat. Hier ist zwar der ethische Ansatz etwas anders (man wird unter Generalverdacht gestellt), dennoch sind es wieder nur Maschinen, die meine Daten verarbeiten und kein Mensch wird sich hinsetzen und meine Mails lesen: Den Eindruck hatte ich oft, wenn es in Diskussionen darum ging...

    Die anderen Seiten, die ganzen Vorteile der (freiwilligen) Datenweitergabe, liegen jedoch auch so schön auf der Hand. Das Wohlgefühl wird gesteigert, man hat selbst einen direkten Nutzen davon, man profitiert (mehr oder weniger).

    Deshalb kam es denke ich auch dazu, dass ihr Teilweise meintet, es sei ja gut: Die möglichen negativen Auswirkungen (also die Nutzung der Informationen, die ich so nicht will/wollte) stehen immer im Konjuktiv. Sie sind keineswegs gängige Tatsachen (zumindest nicht immer bewusst), sondern nur mögliche Auswirkungen, die nicht uns nicht direkt treffen. Da lassen sich gerade für junge Menschen wenige Argumente finden, die sie davon überzeugen, dass das so ist (auch weil negative Erfahrungen am eigenen Leibe am besten verdeutlichen und meist fehlen -> kein Bezug).
    Die Vorteile wirken direkt: ich bekomme meine gute Musik; ich weiß wie das Wetter wird, da wo ich bin (gegen "Zahlung" meiner Positionsdaten/Interessen). Der Fall durch seine Informationsweitergabe zu Belangen gezogen zu werden scheint da nur recht fern.

    Gerade beim Thema Krankheit im Arbeitsalltag: Ohne Internet könnte ich zu einer großen Veranstaltung gehen auf die nur rein Zufällig ein unangenehmer Kollege oder mein Chef ist, dann müsste er mich auch noch sehen und das müsste dann auch noch Konsequenzen haben. Eine lange Kette von geringen Wahrscheinlichkeiten, die Eintreten muss, damit es unangenehm für mich wird. Die größere Wahrscheinlichkeit: Ich habe Spaß und einen tollen Abend ist da viel näherliegend...

    Obenan steht aber immer, wie schon erwähnt: Die Maschine weiß es, kann es vielleicht sogar sagen; Aber wer bringt sie dazu und warum?

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