"Wer hat nähere Informationen zu diesem Verbrechen?" - inzwischen wird die Social Media Crowd immer häufiger aktiviert, um die Aufklärung von Straftaten voranzutreiben. Teilweise mit großem Erfolg, wie im Fall der Polizei Hannover. Doch wo ist die Grenze zwischen hilfreich und Hetzjagd?

Im Fall "Kony 2012" können wir gerade in Ansätzen eine Fahndung im global village beobachten. "Fangt Kony" soll zwar nur die Konsequenz von anderen Handlungen, wie dem Aktivieren von Promis und Politikern, sein, aber im Grunde soll ein Zusammenschluss der weltweiten Netzgemeinde dazu führen, dass ein konkreter Verbrecher gestoppt wird.

Wer die Millionenklicks unter der Dokumentation auf sich wirken lässt, wird sich wahrscheinlich fragen: wenn die unzähligen Augen und Ohren der Social Media Nutzer dafür genutzt werden können, echte Verbrecher zu schnappen, kann sich dann nicht auch sehr leicht diese Öffentlichkeit gegen "den Falschen" richten? Oder ist die ethisch-moralische Regulierung so groß, dass eine eventuelle Hexenjagd von Anfang an enttarnt oder unterbunden würde?

Fest steht, dass eine "Öffentlichkeitsfahndung" kein neues Konzept ist. Fast an jeder Haltestelle oder in entsprechenden Formaten im Fernsehen werden Bürgerinnen und Bürger um ihre Mithilfe gebeten. Neu an den Fahndungen via Social Media ist die Netzöffentlichkeit und einfache Teilbarkeit der Inhalte. 

Was meint ihr dazu? Haben wir hier vielleicht eine der besten Nutzungsmöglichkeiten der Social Media Communitys vor uns, oder findet ihr vielleicht, dass solche Daten einfach woanders hingehören?

Noch eine Ergänzung in eigner Sache:
Mit dieser Folge bekommt die Münchner Isarrunde Verstärkung: Stefanie Söhnchen wird künftig im Wechsel mit Michael Praetorius die WebTV Talkshow moderieren, wenn sie nicht moderiert wird sie in den künftigen Sendungen eifrig über den Einfluss digitaler Trends auf unsere Gesellschaft mitdiskutieren.

Stefanie Söhnchen ist nach langer Suche die Idealbesetzung. An der Westminster University in London hat Stefanie Söhnchen ihr Masterstudium Journalism absolviert, sie dreht selbst Videos, publiziert ein Blog und liebt es darüberhinaus auch zu moderieren. Beruflich entwickelt Stefanie Söhnchen zudem Content-Strategien, Marketing- und Kommunikationskonzepte für das Social Web im Team von Klaus Eck bei Eck Kommunikation. Zudem erscheinen ausgewählte thematisch passende Themen der Isarrunde künftig auch im Blog PR-Blogger.


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Auf Verbrecherjagd im Social Web

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Die Spreerunde aus Berlin und die Isarrunde aus München sind Gesprächsrunden Berliner und Münchner Medienschaffender über den Einfluss digitaler Entwicklungen auf unser tägliches Leben.
 

Die Sendungen und die Website sind eine Produktion der NOEO GmbH,
Thierschstrasse 11-15, 80538 München
Verantwortlich für den Inhalt: Michael Praetorius
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Das Team der Sendungen:
Annabelle Atchison, Christoph Elzer, Dr. Eva Flecken, Angela Gruber, Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Torsten Grünwald, Fabian Hemmert, Dr. Benedikt Köhler, Anatol Locker, Dr. Ansgar Mayer, Michael Praetorius, Michael Reuter, Stefanie Söhnchen, Dieter Struck

Hinweise zum Rundfunkangebot:
Die Isarrunde & Spreerunde sind ein lizenziertes Rundfunkangebot. Jugendschutzbeauftragter nach §7 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) ist Christoph Elzer. Aufsichtsbehörde: Bayerische Landeszentrale für neue Medien