Eine klare Trennung zwischen Job und Beruf soll Burn-Out, Depressionen und Beziehungskrisen zuhause verhindern. Arbeitsspychologen raten vor allem Führungskräften den Job in der Arbeit zu lassen und das Privatleben zu hause. Doch gerade Führungspersonen werden im Social Web zu den zentralen Figuren, wenn es um die Online-Reputation geht. Sie sollen transparent, menschlich und im Dialog im Social Web kommunizieren und damit zu Botschaftern oder Evangelisten eines Unternehmens werden. 

Selbstständige und Kleinunternehmer besonders betroffen
Vor allem für Selbstständige und Unternehmer kleinerer Firmen ist das Selbstmarketing im Web besonders einfach, sie können selbst bloggen, bei Twitter den direkten Dialog zu Kunden und Geschäftspartnern suchen oder sogar innerhalb von Facebook oder Google den direkten Kontakt ermöglichen. Doch wer sich auf das Selbstmarketing einlässt oder im Web transparent und menschlich kommunizieren will, verabschieded sich von der strikten Trennung zwischen Privatleben und Job. Für Michael Reuter ist dies kein Problem, er agiere immer als ich und will sich nicht verstellen. Diese Gefahr ist hoch bei Menschen, die ständig im Web zwischen einer Berufsrolle und dem privaten Verhalten switchen müssen. Zudem ist die Gefahr große, dass in einigen beide Plattformen aggregiert werden und schon verliert sich die Authentizität. Können wir online quasi unsere Uniformen ablegen. Können Personen, die sich bewusst entschieden haben für ein Unternehmen oder eine Institution im Web ansprechbar zu sein, Abends das sprichwörtliche Namensschild ablegen?  


In immer mehr Berufen sind Mitarbeiter öffentlich im Web ansprechbar: 
Festangestellte Journalisten sind für den Leser via Twitter und Facebook erreichbar, Kundenservice-Mitarbeiter helfen in Online-Foren und via Twitter, Presse-Sprecher, Bereichsleiter - viele von Ihnen haben sich entschieden, im Web Präsenz zu zeigen, einige von Ihnen erfrischen so manches staubige Image durch ihre bewusst menschelnde Art. Wer sich im Netz natürlich gibt, kann viel leichter einen Dialog führen. Für Unternehmen, die auf eine gute Kommunikation im Web 2.0 setzen, sind diese Mitarbeiter willkommen. Doch wie gewinnt man die Gunst dieser Kollegen? Für den gegenteiligen Fall haben Unternehmen Social Media Guidelines, Verhaltensregeln für den Umgang mit Sozialen Netzwerken, entwickelt. Private und berufliche Aktivitäten sollen so nicht vermischt werden: ein Dilemma %u2013 wie ist es denn nun richtig?


Diskutiert mit uns mit! Wie trennen wir Berufliches und Privates im Netz? Trennt ihr noch? Wenn ja, wie?


    Links zum Thema

    Reputation 2.0 - Dienste für einen besseren Ruf

    Das Internet wirkt dabei wie gigantischer Ruf-Verstärker. Die Privatsphäre ist dort so gut wie abgeschafft. Rund jeder fünfte Deutsche betreibt bereits eine aktive Internetpräsenz – per eigener Webseite, per Blog oder als Profil in einem Online-Netzwerk, so eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom.

    Interview: Klare Trennung zwischen Job und Privatleben

    Der Arbeitspsychologe Michael Kastner von der Universität Dortmund forscht über die Veränderungen in der Arbeitswelt und die Auswirkungen des Chefseins auf das Privatleben. Er rät Führungspersonen eine strikte Trennung zwischen Job und Privatleben

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Beruf und Privates im Social Web trennen
♥LittleTarantula♥ vor vor 24 Monaten
Ich hab zwar keine Firma, trenne aber z.B. bei wem ich welche
E-Mail-Adresse hinterlasse. Bei Institutionen gebe ich meist die mit meinem
echten Namenskürzel an und die lustigen oder die mit meinem Nickname
bekommen dann eher Personen, die ich nur privat kenne.
Christoph Simon vor vor 24 Monaten
Die Isarjungs über Trennung Privée und Business und über twitternde
Haustiere. Nett!

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