Connected Devices

Ein Smartphone oder Tablet, das den Fernseher steuert ist nicht länger Zukunftsmusik. Apple hat mit seinem Standard Airplay eine Möglichkeit geschaffen, Inhalte von einem mobilen Endgerät direkt per WiFi auf den großen vernetzen Bildschirm zu bringen. So können YouTube Videos auf dem iPhone mit einem Fingerzeig sofort auf den Fernseher verschoben werden. Wer Musik hören will kann das iPhone als Fernbedienung nutzen, um durch seine gesamte Musiksammlung zu stöbern und diese dann auf der großen Stereoanlage oder dem Fernseher wiederzugeben.


Apple hat dazu dem dummen Fernseher mit Apple TV ein Stück Intelligenz verpasst, was Microsoft und Sony mit ihren Spielenkonsolen lange verpasst haben. Die Sony Playstation Portable wäre seit je her ein perfekter Controller für die Sony Playstation gewesen. Windows Mobile Geräte hätten sich schon seit Jahren mit der Xbox360 verbinden können. Nintendo hatte mit seinem Game Boy Advance und GameCube als einziger ein marktreifes Konzept, wie der Handheld zum zweiten Bildschirm und zur perfekten Fernbediendung wurde. Im Rollenspiel Final Fantasy oder dem Spiel Zelda Four Swordskonnten Spieler Ihren Game Boy Adcance als Controller und persönlichen Bildschirm für ein Multiplayer-Spiel auf dem Game Cube nutzen. Leider hat Nintendo dieses Konzept mit dem Nintendo DS und der Nintendo Wii als drahtloses Spielekonzept nie weiterverfolgt. Als einzig vergleichbares Spiel fällt mir Scrabble für das iPhone und iPad ein, bei dem Spieler ihre persönlichen Steine auf dem iPhone sehen und auf das gemeinsame Spielfeld auf dem iPad legen.


Microsoft, Nintendo und Sony haben hier einen wichtigen Schritt verpasst, der Ihnen künftig schwer schaden könnte. Alle drei haben eigene AppStores oder Marketplaces für ihre Inhalte in Betrieb, doch die Vernetzung fehlt. Apple hat mit seinem AppStore, dem iPhone als Universalfernbedienung für alle Lebenssituationen und Verbindung zu Apple TV die Chance, das Wohnzimmer und Kinderzimmer zu erobern: als Spielekonsole oder als TV-Anbieter. 



Zwar arbeiten TV-Gerätehersteller an ihren Internetfernsehern mit eigenen installierbaren Anwendungen, doch wer braucht diese noch? Der Fernseher muss nicht intelligenter werden. (Siehe die Diskussion im Video oben der Isarrunde mit Benedikt Köhler und Christoph Elzer) Wir brauchen auch kein Navigationssystem mit eigenen Apps, geschweige denn ein Autoradio mit eigenem Internet-Shop für Wetter und Radioanwendungen. Wir brauchen einfach nur mehr dumme Bildschirme, die sich mit intelligenten Geräten verbinden können. Das Mobiltelefon hat heute mehr Rechenpower als jedes TomTom-Navigationssystem oder 5 Jahre alte Computer (um in den Produktionszyklen der Autoindustrie zu sprechen)


Google und Apple haben daher mit ihren Handybetriebssystemen die größte Chance zu den zentralen Anwendungsanbietern zu werden. Bildschirme oder Videoprojekten werden künftig ihre eigene Netzwerkeadresse haben und sich über mobile Endgeräte wie Notebooks, Tablets oder Smartphones mit allen möglichen Inhalten versehen lassen. Einzelne Anwendungen auf einem PC oder Smartphone werden sich auf verschiedene Bildschirme verteilen lassen, so zeigen mehrere digitale Bilderrahmen im Haus die Fotogalerie oder eine Wetter-App, der Fernseher ein YouTube Video und der Beamer sorgt für eine gemütliche Stimmung im Wohnzimmer mit Bildschirmschoner-ähnlichen Visualisierungen. 




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