Etsy ist ein Online-Marktplatz, bei dem private Benutzer ihre selbstgemachten Dinge verkaufen können. Darunter sind handgefertigte Schmuckstücke, Möbel, selbstgenähte Textilien. Im Vergleich zu eBay setzt das Unternehmen viel stärker auf die eigene Community und soziale Netzwerke. Mit 190 Millionen Dollar Umsatz ist im Jahr (96% schüttet die Plattform wieder zurück an die Nutzer aus) ist Etsy damit ein hervorragender Beweis, wie massenhafte Nischenmärkte funktionieren können.

 In der Münchner Isarrunde erklärt Matt Stinchcomb, der neue Europa-Chef von Etsy, wie das Unternehmen versucht, groß zu werden und gleichzeitig klein zu bleiben. Für Matt Stinchcomb ist es entscheidend, den einzelnen Nutzer ins Zentrum der Unternehmensstrategie zu setzen, anstatt einen Massenmarkt zu bedienen. Etsy sei damit keine starke Marke für Millionen, sondern Millionen von winzig kleinen Marken in einem. So organisiert Etsy in regelmäßigen Abständen Treffen zwischen den Nutzern. Diese Meetups bestehen im wesentlichen daraus, dass Hobbybastler und handwerklich geschickte User der Plattform zusammenkommen, um sich gegenseitig voller Stolz ihre selbstgemachten Dinge zu zeigen. 
Flickr-Galerien, Blogeinträge, Google-Grupen, Kommentare und vor allem reale Freundschaften entstehen so während diese Meetups. So sorgt Etsy für regelmäßigen Gesprächsstoff. Das Unternehmen selbst ist dabei aber nicht Kern der Unterhaltungen. Etsy würde auch nicht auf die Idee kommen, per Twitter, Blogs und andere soziale Kanäle über sich selbst zu sprechen. Im Zentrum aller Kommunikationsaktivitäten stehen die Nutzer und deren Produkte, erklärt Matt Stinchcomb.

Diese Verbindungen zwischen den Nutzern sind dabei business-entscheidend. Viele Nutzer veröffentlichen ihre handgefertigten Produkte bei Etsy hauptsächlich, um sie herzuzeigen, gar nicht mal, um diese für viel Geld oder in hoher Stückzahl zu verkaufen. Jeder Nutzer kann anderen Besuchern der Plattform auch seine Favoriten zeigen, so entstehen die verkaufsstärksten Shops nicht aus eigens angelegten Produktlisten des eigenen Shops, sondern aus den Favoriten anderer Etsy-Nutzer.

190 Millionen Dollar Umsatz in 2009 ist ein großartiges Ergebnis für das Unternehmen, an dem die Creme de la creme der internationalen Web2.0 Gründerszene beteiligt ist. Allerdings bleiben Etsy davon nur vier Prozent. "We leave money on the table", sagt Matt Stinchcomb. Es gehe nicht wie bei eBay darum, jeden möglichen Cent aus dem Nutzer zu quetschen, fette Überschriften oder zusätzliche Fotos extra zu bepreisen, sondern den Nutzern das Gefühl zu geben, dass sie sich bei Etsy komplett entfalten können und sich fair behandelt fühlen

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Growing big, staying small
eMWe
eMWe vor vor 48 Monaten
eigentlich wäre es geil, wenn ihr euch die arbeit machen würdet, den
englischen (schlechten) ton gegen hochwertigen deutschen zu ersetzen :)
aber das darf man keineswegs von leuten, die das für lau in die tube
stellen erwarten - genausowenig wie ein solch interessantes interview :)
daumen hoch!
mabu3595
mabu3595 vor vor 49 Monaten
super kamera scheiß ton. wer sich ne hd cam leisten kann sollte auch geld
für mikros übrig haben
Idolorene
Idolorene vor vor 49 Monaten
lol
Isarrunde
Isarrunde vor vor 49 Monaten
@mabu3595 Danke für den wertvollen Hinweis. Wir werden dann mal zum Media
Markt gehen. Scherz beiseite: das Mischpult hatte den Geist aufgegeben,
ohne dass wir es bemerkt haben. In der Nachproduktion wurde das Max aus dem
Ton rausgeholt.

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