Verhindert das Urheberrecht Kreativität im Netz?

Kreativität vs Copyright - Tötet das Urheberrecht die Kreativität?
Benedikt Köhler sieht keinen Gegensatz zwischen Copyright und Kreativität: das Urheberrecht sollte von Beginn an den Künstler schützen, für seine Rechte eintreten, während "der Verlag" die Arbeit vermarktete. Das Copyright ist entstanden, um Künstler zu ernähren.
Michael Reuter dagegen hält nicht allzuviel vom Urheberrecht: er sieht das Copyright als einen Schutzwall, der unnötig geworden ist: heute kann jeder vervielfältigen - das Social Web ermöglicht es jedem, Inhalte zu produzieren und zu distribuieren. Das Köhlersche Gebot, man solle den Künstler ernähren, hält er für fehl am Platze, da grundsätzlich jeder Mensch seines Glückes Schmied ist und Ideen nicht schützenwert sind. Beispielsweise sind Erfindungen und "große bzw. gute Werke" deshalb nicht schätzenswert, weil sie jeder haben kann, weil sie keinen Anspruch auf alleinige Verwertung haben können.
Michael Pretorius und Benedikt Köhler haben dagegen Verständnis für das Recht des Künstlers, der ohne Urheberrecht sein Leben nicht bestreiten könne. Am Beispiel des Jungstars Justin Bieber wird diskutiert, ob der Künstler selbst die Möglichkeit hat, sein Werk ausreichend zu monetisieren, oder ob es eher andere Teilnehmer der Wertschöpfungskette sind, wie beispielsweise Musikverlage oder Marketingagenturen.






