Virtuelles Geld(verdienen)Wenn sich Schweinezucht wieder lohnt

Es ist kaum noch sinnvoll, die Trennung "online vs. offline" aufrechtzuerhalten, das merken wir täglich. Zunehmend mehr Geräte sind online und senden Daten, synchronisieren sich, versorgen den Nutzer mit Push-Meldungen. Internetfähige Endgeräte mit smarten Anwendungen und den entsprechend affinen Nutzern lassen Online und Offline zunehmend zusammenfallen. Ein Lebensbereich, der sich schon lange in einer virtuellen Welt abspielt, doch bislang nur von wenigen virtuell wahrgenommen wurde, ist das Geld- und Bezahlsystem.

Für einen Börsenhändler spielt Geld schon lange nur noch eine virtuelle Rolle - und das gilt nicht nur für die Monopoly-Zockerei großer Investmentbanken. Geld wird an den Börsen genauso virtuell getauscht und gehandelt wie Stahl, Derivate oder Kokosnüsse. So selten wie eine Kokosnuss im Börsenraum den Besitzer wechselt, so wenig hat der Währungstausch etwas mit Bargeld zu tun. Auch im alltäglichen Leben ist Geld zunehmend nur noch über die Haptik einer Plastikkarte zu erleben. Die Bezahlung funktioniert aufgrund der Unterstellung, dass eine EC-Karte ein gleichwertiges Zahlungsmittel wie Bargeld ist.

Gehen Smartphones den nächsten Schritt in Richtung virtueller Bezahlsysteme? Mit Hilfe des NFC-Standards (Near Field Communication) werden Versuche gestartet, wie mit Hilfe des Smartphones bargeldlos eingekauft werden kann. Es bedarf dann also nicht einmal mehr einer Plastikkarte mit PIN oder Unterschrift, sondern nur noch das Telefon mit entsprechender Software. Voraussetzung für eine solche Transaktion sind dann, dass Hardware Software lückenlos sicher den bargeldlosen Verkehr garantieren können, dass der Handel Angebote schafft, dieses Bezahlsystem zu nutzen und natürlich dass sich der Einzelne dafür erwärmen kann, derartig zu zahlen.

Ein Treiber dieser Entwicklung kann der markenstarke Einzelhandel sein - bei Starbucks in den USA finden solche Apps bereits erste Anwendung. Doch auch aus einer ganz anderen Richtung kann Unterstützung kommen: starke Onlineplattformen. Denn der nächste logische Schritt in einer solchen virtuellen Bezahlwelt sind virtuelle Währungen. Facebook hat schon längt credit points eingeführt, die sie vor allem mit Hilfe von Games versuchen an den Nutzer zu bringen. Warum soll es zukünftig also nicht möglich sein, dank der Schweinezucht auf Farmville credit points zu sammeln, die alsbald auch fern der Facebook-Welt eingelöst werden können.

Mit Hilfe der Facebook-App auf dem Smartphone, dort wird der credit-points-Kontostand erfasst, kann dann bei McDonalds ein Burger oder sogar bei IKEA ein Bett gekauft werden. Die virtuelle Wertschöpfung würde dann tatsächlich bis in die gegenständliche Welt hineinragen. Sicherlich noch Zukunftsmusik, gleichwohl keinesfalls völlig von der Hand zu weisen, dass sich dann die virtuelle Schweinezucht tatsächlich lohnen könnte.

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